{"id":110,"date":"2017-11-09T14:20:15","date_gmt":"2017-11-09T14:20:15","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=110","title":{"rendered":"Violett"},"content":{"rendered":"<p>Umz\u00fcge sind nie einfach. Weder als Erwachsener, wo man sich mit der Organisation und allerlei anderen Dingen herumplagen muss, noch f\u00fcr Kinder, die aus ihrem heimischen Umfeld gerissen und sich in einen fremden Ort einleben m\u00fcssen. <b>Violett<\/b> legt da allerdings noch eine Schippe drauf: In der neuen Heimat st\u00f6\u00dft sie auf ein h\u00fcbsches Amulett, das \u00fcber magische Kr\u00e4fte zu verf\u00fcgen scheint und die junge Dame in eine M\u00e4rchenwelt nach Vorbild <i>Alice im Wunderland<\/i> verfrachtet. Was folgt, ist ein teils ziemlich surreales Adventure, dessen Puzzledesign jedoch nicht so ganz fruchten m\u00f6chte und bei dem es noch einige \u00c4rgernisse auszub\u00fcgeln gilt. Aber gehen wir das doch mal der Reihe nach an!<\/p>\n<p><b>Wundersame Puzzle-Welten<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/76377.jpg\" alt=\"Bild 76377\" style=\"float: left;\">Im Prinzip stellt euch <i>Violett<\/i> haupt\u00e4chlich vor raumgro\u00dfe Aufgaben, die es f\u00fcr den Fortschritt zu bew\u00e4ltigen gilt. Jede R\u00e4stelumgebung ist dabei weitestgehend eigenst\u00e4ndig, auch wenn ihr hin und wieder mal einen Gegenstand von einer anderen Stelle nutzen m\u00fcsst. So m\u00f6chte etwa eine Raupe, die sich bei der ersten Begegnung gegen unheimliche Spinnenwesen zur Wehr setzt, nach der Beseitigung des Ungeziefers zun\u00e4chst zwei Ringe, bevor sie einen wichtigen Schl\u00fcssel herausr\u00fcckt. Einer davon ist hinter einem kleinen Puzzle im selben Raum versteckt, der andere hingegen im M.C. Escher-esquen Treppenlabyrinth verborgen. L\u00f6blich ist dabei, dass euch <I>Violett<\/i> pro Spielabschnitt mehrere R\u00e4tselpfade gibt, die ihr in beliebiger Reihenfolge abarbeiten k\u00f6nnt \u2013 so k\u00f6nnt ihr jederzeit eure Knobelei unterbrechen und erst an anderer Stelle weiterarbeiten, wenn ihr mal f\u00fcr den Moment hoffnungslos feststeckt. Schlussendlich muss aber nat\u00fcrlich alles bew\u00e4ltigt werden.<\/p>\n<p>Diese Pausen werdet ihr jedoch vermutlich h\u00e4ufiger in Anspruch nehmen m\u00fcssen, als sch\u00f6n w\u00e4re. Zwar steckt hinter all den Aufgaben des Adventures eine gewisse Logik, die man auch mit reichlich Geduld und guter Beobachtungsgabe aust\u00fcfteln k\u00f6nnte, nur sind die Hinweise nicht immer intuitiv verborgen. Gerade in der zweiten H\u00e4lfte wird zudem nicht immer deutlich, was euer Handeln eigentlich bewirkt. Dass gewisse Hebel bei einem T\u00fcrenlabyrinth etwa die Passagen \u00e4ndern, wird euch in keiner Weise klargemacht. Da hilft nur nerviges Rumprobieren, bis man durch schieren Zufall \u00fcber die L\u00f6sung stolpert. Alternativ greift man auf die spielinterne Hilfefunktion zur\u00fcck, die euch in kurzen Illustrationen die L\u00f6sungswege verr\u00e4t \u2013 und dabei gerne mal einen Zwischenschritt wie das Ansprechen bestimmter Charaktere ausl\u00e4sst. Das frustriert teils ungemein und hemmt die R\u00e4stelfreude merklich, weil man selten das Gef\u00fchl hat, etwas aus eigener Kraft gel\u00f6st zu haben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/76380.jpg\" alt=\"Bild 76380\" style=\"float: right;\">Das ist gerade deswegen schade, weil das insgesamt recht kurze Adventure \u2013 nach f\u00fcnf bis acht Stunden kann man bereits im Endteil sein \u2013 zumindest atmosph\u00e4risch einiges hermacht. Die Umgebungen sind bildh\u00fcbsch gezeichnet und vermitteln dank kleiner visueller Tricks sogar ein sch\u00f6nes, r\u00e4umliches Gef\u00fchl. Die 3D-Modelle der Charaktere m\u00f6gen insgesamt etwas grob wirken, f\u00fcgen sich jedoch gut in die Spielwelt ein. Leider werden die technischen Eindr\u00fccke durch einige Bugs und Eigenheiten getr\u00fcbt. So speichert das Spiel l\u00f6blicherweise in gesunder Regelm\u00e4\u00dfigkeit euren Fortschritt, allerdings setzt w\u00e4hrend der Speicherdauer die Musik komplett aus und in manchen R\u00e4umen treten sogar Grafikfehler auf. Eine unsch\u00f6ne Angelegenheit! Auch ist die Steuerung mit den Joy-Cons ziemlich unkomfortabel gel\u00f6st. So bewegt ihr Violett mit dem linken Stick durch die Welt und richtet mit dem rechten Stick den Mauszeiger aus, um dann per A- oder L-Taste Objekte anzuklicken. Das geht zwar insgesamt weniger sperrig von der Hand als es bei Genre-Kollege <i>Thimbleweed Park<\/i> der Fall ist, doch dies wahrscheinlich auch nur, weil es keine Verben-Liste zum Durchklicken gibt. Mit der Touchscreen-Steuerung ist man hier auf jeden Fall besser beraten und die funktioniert im Prinzip auch \u00e4u\u00dferst gut. Zu guter Letzt sind mir beim Testen zwei schwerwiegende Fehler vorgekommen: So l\u00e4sst sich eines der Puzzles mit der Controller-Steuerung de facto gar nicht l\u00f6sen, worauf man auch erst einmal kommen muss, und der wirklich allerletzte Raum des Spiels, der mich mit einer zus\u00e4tzlichen Minute Spielzeit vom Ende trennte, wollte schlichtweg nicht laden. So kann man ein Adventure nat\u00fcrlich auch auf einer sauren Note beenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umz\u00fcge sind nie einfach. 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