{"id":109,"date":"2017-11-03T07:45:50","date_gmt":"2017-11-03T07:45:50","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=109","title":{"rendered":"Chess Ultra"},"content":{"rendered":"<p>Im Raum ist es mucksm\u00e4uschenstill, man kann nur das Ticken der Uhr h\u00f6ren. Gr\u00fcbelnd sitzen die beiden Gro\u00dfmeister vor den 64 Feldern, angeordnet wie ein Karomuster. Dann f\u00e4llt der wei\u00dfe K\u00f6nig um, Schwarz gewinnt! Im Gegensatz zur heutigen Welt dreht sich die Welt im Schach noch langsam und gem\u00e4chlich, daf\u00fcr wohl\u00fcberlegt und immer mit einem Ass im \u00c4rmel. Den Sprung auf Nintendos Switch wagt nun erstmals <b>Chess Ultra<\/b>, das mit der Unreal Engine 4 realisiert wurde. Schauen wir doch mal, ob dieser Titel \u00fcberhaupt irgendwas von mir als Schach-Genie abverlangen kann.<\/p>\n<p><b>Der Einzelspieler-Modus, der kein Einzelspieler ist<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/74646.jpg\" alt=\"Bild 74646\" style=\"float: right;\">Ha, reingelegt! Ich und Schachprofi? In einem anderen Leben vielleicht. Komplett ohne Erwartungen an das Spiel und mich selbst st\u00fcrze ich mich ins Spiel der K\u00f6nige. Nat\u00fcrlich erstmal gegen den einfachsten Schwierigkeitsgrad, die letzten Gehversuche auf dem Schachbrett sind dann doch ein paar J\u00e4hrchen her. Zuerst gilt es die Umgebung festzulegen: Als Hintergrund hat man die Wahl zwischen \u201eWoodburn Manor\u201c (ein gem\u00fctliches Kaminzimmer), dem \u201eMusei Capitali\u201c (ein italienisches Museum), \u201eMullholland\u201c (ein modernes Wohnzimmer) und \u201eGomorrah\u201c, das den Spieler in eine dunkle H\u00f6hle versetzt, die mit Kerzen ausgeleuchtet ist und in der das Schachbrett in einen Fels gemei\u00dfelt wurde. Weiter geht es mit verschiedenen Figuren, deren Form sich in klassisch, modern, Dame und Fantasie unterscheidet und die es jeweils aus unterschiedlichem Materialien gibt. Ist die Qual der Wahl getroffen, geht es auch schon mit der Wahl der Seite weiter, also Schwarz, Wei\u00df oder zuf\u00e4llig. Dann wird noch eine Schachuhr bestimmt, hier gibt es die M\u00f6glichkeiten \u201eKeine\u201c (ohne Zeitbeschr\u00e4nkung), \u201eBlitz\u201c (jeder Spieler hat 5 Minuten Bedenkzeit f\u00fcr die gesamte Partie), \u201eStandard\u201c (45 Minuten Bedenkzeit f\u00fcr die gesamte Partie), \u201eFischer\u201c (30 Minuten Bedenkzeit f\u00fcr die gesamte Partie, aber zus\u00e4tzliche 30 Sekunden f\u00fcr jeden Zug) und \u201eMarathon\u201c (24 Stunden Bedenkzeit f\u00fcr jeden Zug). Die Auswahl des Gegners erstreckt sich \u00fcber einen Computer-Gegner, einem lokalen Mitspieler, einem Online-Kontrahenten, einem Freund aus der Freundschaftsliste und dem Online-Spieler, gegen den zuletzt gespielt wurde. So ganz \u201eEinzelspieler\u201c ist der Modus dann doch irgendwie nicht. Zuletzt gilt es noch den Computer-Gegner mit einer von zehn verschieden schweren KIs zu best\u00fccken, vorausgesetzt nat\u00fcrlich, man hat zuvor den Computer als Gegner gew\u00e4hlt. Hier werden auch die entsprechenden ELO-Werte der Bots angezeigt, laut Spielbeschreibung wurden n\u00e4mlich alle KIs von Gro\u00dfmeistern des Schachs getestet.<\/p>\n<p>Dann geht\u2019s auch schon los: Navigiert wird wahlweise mit den Pfeiltasten, mit dem Schiebepad oder per Touchscreen. W\u00e4hrend ich bei der Tastensteuerung meine Markierung hin und her verschiebe, kann ich mit dem Touchscreen gleich die Figur ausw\u00e4hlen, mit der ich ziehen m\u00f6chte. In beiden F\u00e4llen werden nach Auswahl der Spielfigur die Bewegungsm\u00f6glichkeiten angezeigt und bei Auswahl des entsprechenden Feldes auch dorthin gezogen. Bei Spielen auf (kurze) Zeit ist nat\u00fcrlich die Touchscreen-Steuerung klar im Vorteil, aber ansonsten ist die Bedienung \u00fcber die Tasten genauso komfortabel.<\/p>\n<p><b>Endlich Gameplay und noch mehr Multiplayer!<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/74645.jpg\" alt=\"Bild 74645\" style=\"float: left;\">Das Gameplay selbst ist nat\u00fcrlich Schach in seiner reinsten Form, bis auf dass die KI in den ersten drei Schwierigkeitsstufen gern Suizidversuche unternimmt. So kann ich ohne Probleme in fast jedem Match auf leichter Schwierigkeitdie gegnerische Dame schlagen, da der Computer sie ungesch\u00fctzt in meine feindlichen Reihen zieht. Technisch gibt es allerdings auch noch ein paar Ungereimtheiten: So scheint das Spiel im Men\u00fc hin und wieder h\u00e4ngen zu bleiben und kleine Grafikfehler sind auch \u00f6fters zu beobachten. Alles in allem halb so schlimm, meine Partien konnte ich immer unbehelligt beenden. Und je nachdem, ob das Spiel mit einem Sieg, einer Niederlage oder einem Patt zu Ende gebracht wird, gibt es eine Auf- oder Abstufung in der ELO-Wertung. Gewinne ich gegen einen besseren Gegner, geht der Wert deutlich nach oben, aber verliere ich gegen einen niedrigeren Gegner, geht\u2019s bergab. Dieses ELO-System findet seine Anwendung aber nicht nur bei der pers\u00f6nlichen Einsch\u00e4tzung bei Spielen gegen den Computer sondern auch besonders beim Matchmaking im Online-Multiplayer, das die Spieler nat\u00fcrlich m\u00f6glichst fair gegeneinander spielen lassen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Apropos Multiplayer: Neben den Einzelpartien gegen Online-Gegner gibt es auch die M\u00f6glichkeit, Turniere zu spielen. W\u00e4hrend der Testzeit konnte ich dem <a href=\u201dhttp:\/\/steamcommunity.com\/games\/518060\/announcements\/detail\/1501245999271095826\u201d>Ripstone Autumn Tournament<\/a> zuschauen, das ganze 128 Spieler umfasst und auf allen Plattformen, auf denen das Spiel erschienen ist, ausgetragen wird. Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr den normalen Multiplayer und die eigenen Turniere, zu denen man Freunde und die letzten Online-Gegner herausfordern kann. Abseits davon bietet der Men\u00fcpunkt \u201eTutorials\u201c eine Einf\u00fchrung in das Spiel der K\u00f6nige und schneidet hier und da einiges fortschrittliche Wissen wie einige Er\u00f6ffnungen und bekannte Spielz\u00fcge aus dem Mittelteil des Spiels an. Haupts\u00e4chlich richtet sich das Tutorial an Anf\u00e4nger, die noch nicht ganz mit den Regeln des Schachs vertraut sind, bietet aber auch anderen eine kleine Auffrischung, zum Beispiel wenn es darum geht, wie man genau nochmal en passant schl\u00e4gt. Zuletzt bietet die Option \u201eHerausforderungen\u201c Gelegenheit, zehn aus der Geschichte bekannte Aufstellung nachzuspielen und mit 70 weiteren R\u00e4tseln ein wenig das taktische Denken zu trainieren. Hier gilt es n\u00e4mlich, die vorherrschende Positionierung der Figuren in einer bestimmten Anzahl von Z\u00fcgen zu einem Schachmatt zu bringen. Dabei sind die R\u00e4tsel in sieben Schwierigkeitsstufen zu je zehn R\u00e4tseln sortiert, aufsteigend nach dem Zuglimit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Raum ist es mucksm\u00e4uschenstill, man kann nur das Ticken der Uhr h\u00f6ren. Gr\u00fcbelnd sitzen die beiden Gro\u00dfmeister vor den 64 Feldern, angeordnet wie ein Karomuster. Dann f\u00e4llt der wei\u00dfe K\u00f6nig um, Schwarz gewinnt! 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