{"id":107,"date":"2017-10-30T06:06:06","date_gmt":"2017-10-30T06:06:06","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=107","title":{"rendered":"Don&#8217;t Knock Twice"},"content":{"rendered":"<p>Rollenspiele, Rennspiele, Jump &#8217;n&#8216; Runs und tonnenweise Titel aus der <i>ACA NeoGeo<\/i>-Reihe: Die Vielfalt ist mittlerweile im eShop der Nintendo Switch angekommen. K\u00fcrzlich gab Nintendo bekannt, dass es nun schon \u00fcber 200 Titel verschiedenster Genres in den eShop geschafft haben. Ein bestimmtes Genre ist aber noch immer arg unterversorgt. Die Rede ist von der Welt des Horrors. Die einzigen Titel, die bislang zumindest ein wenig brutal oder schaurig sind, sind <i>The Binding of Isaac: Afterbirth+<\/i> und der martialische Plattformer <i>Butcher<\/i>. Da geht doch mit Sicherheit mehr! Gut, dass vor kurzem auch der erste waschechte Horrortitel f\u00fcr die Nintendo Switch ver\u00f6ffentlicht wurde. Die Rede ist von <b>Don&#8217;t Knock Twice<\/b> aus dem Hause Wales Interactive. Haben wir es hier mit der ersehnten Horror-Offenbarung zu tun oder handelt es sich dabei schlichtweg um hei\u00dfe Luft? Die Antwort findet ihr im folgenden Kurztest.<\/p>\n<p><b>Eine Rabenmutter und eine Hexe<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/75874.jpg\" alt=\"Bild 75874\" style=\"float: right;\">Habt ihr schon Mal von der b\u00f6sen Hexe Baba Jaga geh\u00f6rt? Falls nicht, hier ein kleiner Ausflug in die slawische Mythologie: Es war einmal eine Frau, die in ihrem Umfeld nicht gerade beliebt war und nicht nur gemieden, sondern auch mutwillig getriezt wurde. Auch zahlreiche Kinder machten sich einen Spa\u00df daraus, an der T\u00fcr der Dame zu klopfen, die sich eigentlich schon immer ein Kind w\u00fcnschte. Mit zunehmendem Alter zog sie sich dann aus der Gesellschaft zur\u00fcck und ging in ihrer Verzweiflung und im Verlangen, ein Kind zu haben, einen Pakt mit dem D\u00e4mon Baba Jaga ein. Fortan sollten alle Kinder, die es wagten, an die T\u00fcr der Hexe zu klopfen, ihr Eigen werden. So in etwa lautet die Erz\u00e4hlung rund um die b\u00f6se Hexe, die Kinder noch heute als Abschreckung erz\u00e4hlt wird.<\/p>\n<p>In <i>Don&#8217;t Knock Twice<\/i> geht es aber prim\u00e4r um eine scheinbar alleinstehende Mutter, die zur Zeit der Geburt ihrer Tochter noch stark drogenabh\u00e4ngig war. Zum Schutz des Kindes gab sie dieses und das Sorgerecht an den Staat ab. Das Spiel beginnt aber in einer Zeit, in der die Mutter Jess ihre Sucht \u00fcberwunden hat und sich mit k\u00fcnstlerischer Arbeit ablenkt. Auch ihre Tochter wohnt derweil wieder unterm selben Dach, wenngleich das Verh\u00e4ltnis ein wenig gest\u00f6rt ist. Klingt ja erst mal nicht so schlimm, wie der Zufall es so will hat besagte Tochter namens Chloe aber in ihrem jugendlichen Leichtsinn ein d\u00e4monischen Ritual gestartet und so aus Versehen die vom Dam\u00f6nen besessene Hexe Baba Jaga heraufbeschworen. Entsprechend dem Mythos versucht die Hexe nun, Chloe zu entf\u00fchren.<\/p>\n<p><b>Vielversprechender Plot, aber reicht das?<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/75870.jpg\" alt=\"Bild 75870\" style=\"float: left;\">Das Konstrukt rund um die slawische Horrogeschichte und das gest\u00f6rte Mutter-Kind-Verh\u00e4ltnis klingt zun\u00e4chst nach astreinem Horrormaterial. Die an sich schicke Optik und der atmosph\u00e4rische Sound gepaart mit fiesen Jumpscares schaffen es auch immer wieder, G\u00e4nsehaut und gar Nervosit\u00e4t in mir wachzurufen, doch leider st\u00f6rt die Technik des Spiels an allen Ecken und Ecken. Wie bereits gesagt ist die Optik nicht \u00fcbel f\u00fcr Switch-Verh\u00e4ltnisse. Doch leider wurde die Software in einem ebenso schauderhaften Zustand ver\u00f6ffentlicht. Schon in den ersten Minuten des Spiels wird man \u2013 ob im Handheld- oder im TV-Modus \u2013 von grauenerregenden Rucklern erschreckt.<\/p>\n<p>Weiter geht es mit dem Gameplay. Man spielt aus der Ego-Perspektive der Mutter und muss versuchen, die Tochter vor den F\u00e4ngen der Hexe zu sch\u00fctzen. Dabei erkundet man das gesamte Anwesen der Kleinfamilie, inklusive alten Gem\u00e4uern im Anbau. Insgesamt ist das Spielgebiet aber doch recht \u00fcbersichtlich. Im Laufe der Geschichte stolpert man \u00fcber allerlei gescriptete Events, die einen mit kleinen, aber ausreichend eindeutigen Hinweisen versorgt. So watschelt man quasi trotz frei begehbaren Hauses im Prinzip doch sehr linear durch die dunklen Flure. Dabei muss man sich immer wieder mit der grausamen Bedienung auseinandersetzen. Mit allen vier Schultertasten kann man so etwa bestimmte Gegenst\u00e4nde aufheben, sich diese genauer ansehen oder den Text darauf durchlesen. Dadurch erschlie\u00dft man sich unter anderem St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck die Hintergrundgeschichte und den weiteren Spielweg. Das funktioniert aber eher schlecht als recht, da auch das Hinhocken und \u00d6ffnen von T\u00fcren sowie die Handhabung der meisten Gegenst\u00e4nde nur sehr hakelig funktioniert. Wirklich befriedigend f\u00fchlt das Gameplay von <i>Don&#8217;t Knock Twice<\/i> also zu keiner Zeit an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/75871.jpg\" alt=\"Bild 75871\" style=\"float: right;\">Auch an den Einstellungen muss man zun\u00e4chst etwas schrauben, um das Spiel \u00fcberhaupt ein wenig genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Mit den Voreinstellungen und der \u00e4u\u00dferst leuchtschwachen Kerze, die uns \u00fcber gro\u00dfe Strecken des Spiels begleitet, sieht man n\u00e4mlich so gut wie gar nichts. Also erstmal gepflegt den Gamma- und Helligkeitswert ein wenig sowie den Hock- und Rennmodus angepasst, was noch etwas weiteren Komfort aus der verkorksten Steuerung herausholt. Hat man sich mit den Macken des Spiels erst einmal arrangiert, kann es auch schon losgehen. Um die Tochter zu finden, muss man einige Gegenst\u00e4nde im Haus ausfindig machen, die zum erneuten Vollf\u00fchren des Rituals notwendig sind. Dabei f\u00fchlt man sich alles in allem zwar stets etwas beklemmt, aber nie wirklich in Gefahr. Der Horror wird also ausschlie\u00dflich \u00fcber gescriptete Jumpscare-Events erzeugt. Das kommt zwar schaurig r\u00fcber, man kann den Spuk aber nicht selten auch getrost meiden oder sogar versehentlich \u00fcbersehen. Nach nicht einmal zwei Stunden (!) hat man dann auch schon alles gesehen\u2026 Noch Fragen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rollenspiele, Rennspiele, Jump &#8217;n&#8216; Runs und tonnenweise Titel aus der ACA NeoGeo-Reihe: Die Vielfalt ist mittlerweile im eShop der Nintendo Switch angekommen. K\u00fcrzlich gab Nintendo bekannt, dass es nun schon \u00fcber 200 Titel verschiedenster Genres in den eShop geschafft haben. Ein bestimmtes Genre ist aber noch immer arg unterversorgt. 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